Sussja und seine Frau

30.12.05


Sussjas Frau war ein zänkisches Weib und lag ihm beständig in den Ohren, er solle sich von ihr scheiden lassen, und sein Herz war schwer von ihrer Rede. Eines Nachts rief er sie an und sprach zu ihr: «Sieh her!» Und er zeigte ihr, daß sein Kissen ganz feucht war. Dann sprach er weiter zu ihr: «Es steht geschrieben in der Gemara: <Wer sein erstes Weib vertreibt, der Altar selber vergießt Tränen über ihn.> Von diesen Tränen ist das Kissen durchnäßt. Und nun, was willst du noch? Willst du noch den Scheidebrief?» Von diesem Augenblick an wurde sie still. Und als sie still geworden war, wurde sie froh. Und als sie froh geworden war, wurde sie gut.