Auf dem Jahrmarkt

02.01.06


Es war ein Brauch des Rabbi Mosche Löb, auf die Jahrmärkte zu fahren und da Ausschau zu halten, wo etwa einer seiner Hilfe bedürftig wäre. Einmal hatten die Händler, durch eine vorbeiziehende Gauklertruppe oder sonst ein Schauspiel weggelockt, das Vieh unversorgt auf dem Marktplatz gelassen, und die dürstenden Kälber ließen die Köpfe hängen. Da lief der Rabbi herbei, nahm einen Eimer und tränkte die Tiere, als hätte er zeitlebens kein anderes Gewerbe getrieben. Eben kam einer der Händler zurück, und als er sah, daß ein Mann damit beschäftigt war, die Kälber zu tränken, rief er ihm zu, er solle auch die seinen versehen, die in einer Seitengasse stünden; es werde ihm auf einen Groschen nicht ankommen. Der Rabbi gehorchte und blieb bei seinem Geschäft, bis es vollendet war.